Transparenz und breite gesellschaftliche Debatte über Algorithmen nötig

Vorgestern hat eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung, den Fokus darauf gelenkt, dass viele Bürgerinnen und Bürgern der Europäischen Union grundsätzliche Kenntnisse über Algorithmen fehlen. Die Ergebnisse der Studie haben Anna Christmann und ich kommentiert und noch einmal daran erinnert, dass wir Transparenz und eine breite gesellschaftliche Debatte über Algorithmen brauchen.

Anna hat sich als Sprecherin für Innovations- und Technologiepolitik und Obfrau in der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz folgendermaßen geäußert:

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass wir eine breite gesellschaftliche Debatte darüber brauchen, was Algorithmen sind, wo sie zum Einsatz kommen und wie wir neue Technologien wie Künstliche Intelligenz zum Wohl unserer Gesellschaft nutzen können. Die Enquete-Kommission des Bundestages ist genau der richtige Ort, diese Debatten zu führen. Um die nötige breite Öffentlichkeit für diese wichtigen Themen herzustellen, sind Transparenz und breite Beteiligung entscheidend. Deshalb setzen wir uns als Grüne Bundestagsfraktion dafür ein, dass die Sitzungen der Enquete öffentlich sind und Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit bekommen, sich online und offline an der Diskussion zu beteiligen und ihre Erwartungen, Hoffnungen und auch Sorgen in die Enquete-Kommission einzubringen.

Als Sprecherin für Netzpolitik und Verbraucherschutz und stellvertretendes Mitglied in der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz habe ich ergänzt:

In fast jeder Online-Anwendung kommen heute Algorithmen zum Einsatz. Fast die Hälfte der Befragten in der EU gibt allerdings an, keine Kenntnis über Algorithmen zu besitzen. Es müssen jetzt nicht alle Computerexpertinnen und -experten werden, aber jeder hat das Recht darauf, zu erfahren, ob in Programmen oder Prozessen Algorithmen im Spiel sind und Entscheidungen beeinflussen. Ein Transparenzkennzeichen für Künstliche Intelligenz und Algorithmen kann deswegen ein sinnvoller Ansatz sein.Niemand von uns will durch den Einsatz von Algorithmen benachteiligt werden, und deswegen verwundert es auch nicht, dass Dreiviertel der Menschen sich in der EU eine stärkere Kontrolle bei computerbasierten Entscheidungen wünschen. Es ist jetzt höchste Zeit, Mechanismen für eine Überprüfbarkeit und Kontrolle von Algorithmen und Künstliche Intelligenz zu entwickeln, damit alle sich sicher sein können, dass algorithmenbasierte Entscheidungen fair ablaufen. Verbraucherschutzministerin Barley steht in der Pflicht, deutlich mehr für die Aufklärung der Menschen und die Transparenz und Regulierung von Algorithmen zu tun.

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