Grüner Antrag „Die Entwicklung des eSports fördern und gestalten“ & öffentliche Anhörung im Sportausschuss

eSport ist ein weltweites Phänomen, das Millionen junger und zunehmend auch älterer Menschen begeistert, sowohl als Spielerinnen und Spieler, als auch als Zuschauerinnen und Zuschauer bei Turnieren vor Ort, via Streaming im Internet oder im Fernsehen. Unter eSport verstehen wir das wettbewerbsmäßige Spielen von Videospielen am Computer, der Konsole oder anderen Geräten unter menschlichen Gegnerinnen und Gegnern. Auch in Deutschland wächst die eSport-Szene rasant. Politik und Sport sollten davor nicht die Augen verschließen. In einem Gastbeitrag stellt Monika Lazar, Sprecherin für Sportpolitik der grünen Fraktion, unseren aktuellen Antrag zum eSport vor.

Als Grüne bearbeiten wir das Thema auf vielen verschiedenen politischen Ebenen. Auch und gerade einzelne Landesverbände gehen hier mit interessanten Veranstaltungen und Konzepten voran. Auch die grüne Bundestagsfraktion hat sich des Themas bereits vor längerem angenommen. Im Juni 2018 haben wir uns im Rahmen eines öffentlichen Fachgesprächs mit zahlreichen Expertinnen und Experten über das Thema  ausgetauscht.

Nun haben wir einen umfassenden Antrag (pdf) mit zahlreichen Maßnahmen zur Förderung des eSports und zur Gestaltung der Rahmenbedingungen für den eSport in den Bundestag eingebracht. Die Debatte zur ersten Beratung des Antrags fand am 08.11.2018 im Plenum statt. Hier findet Ihr meine Rede.

Die Entwicklung des eSports fördern

Wir wollen gute Rahmenbedingungen für den eSport in Deutschland schaffen, v.a. für Amateur-Vereine. Wir finden es gut, wenn sich Menschen in einem Verein zusammenfinden, um ihrem Hobby nachzugehen. eSport-Vereine sollen deswegen genauso von der Gemeinnützigkeit profitieren wie andere Sportvereine: Weniger Bürokratie gegenüber den Behörden, steuerliche Erleichterungen, Zugang zu kommunalen Räumen u.v.m. Internationale eSportlerInnen müssen problemlos nach Deutschland für den Spielbetrieb einreisen können. Das Potential des eSports, Menschen mit und ohne Behinderung vergleichsweise leicht zusammenzubringen, muss weiter gefördert werden.

Den organisierten eSport in die Pflicht nehmen

Gleichzeitig wollen wir auch die Entwicklung des eSports begleiten: Beim Anti-Doping-Kampf, Sucht- und Gesundheitsprävention oder Geschlechtergerechtigkeit muss der organisierte eSport Maßnahmen ergreifen. Im eSport fehlt bisher ein einheitliches Anti-Doping-Regelwerk mit einem entsprechenden Dopingkontrollsystem. Wir brauchen Aufklärungskampagnen zur Suchtgefahr von Games und gut ausgestattete Beratungsstellen. Außerdem ist der eSport bisher eine vor allem männlich dominierte Szene, das sollte sich ändern. In diesen Bereichen soll der eSport von Politik und organisiertem Sport unterstützt werden.

Politik und Sport sind gefragt

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und will mit eSport nichts zu tun haben. Dabei werden auch vom Sport selbst schon Fakten geschaffen. Zahlreiche eSport-Vereine entstehen, klassische Sportvereine gründen eSport-Abteilungen und mehrere Bundesligisten sind schon längst in den eSport eingestiegen. Der Dialog von DOSB und eSport Bund Deutschland (ESBD) muss unbedingt weitergeführt werden. Beide Verbände können im hohen Maße voneinander profitieren.

Die Koalition von Union und SPD hat dem eSport im Koalitionsvertrag große Versprechungen gemacht und bisher ist nichts geschehen. Deshalb haben wir unseren umfassenden Maßnahmenkatalog zur Förderung des eSports vorgelegt und wollen die gesellschaftspolitisch wichtige Debatte als Grüne so auch in Zukunft vorantreiben.

Öffentliche Anhörung im Sportausschuss

Am 28.11.2018 wird es, auch auf grüne Initiative hin, eine öffentliche Anhörung zum eSport im Sportausschuss geben. Auf bundestag.de wird die Debatte ab 18 Uhr zeitversetzt gestreamt. Interessierte Besucher können sich im Sekretariat des Sportausschusses per Mail unter Angabe des vollständigen Namens anmelden.

UPDATE 23.11.2018:

Die öffentliche Anhörung wurde von Seiten des Ausschusssekretariats mit Hinweis auf Terminschwierigkeiten soeben abgesagt und muss neu terminiert werden. Sobald feststeht, wann die Anhörung stattfinden soll, werden wir hier darüber berichten.

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