Scoring: Dringend verbrauchergerecht regulieren

Heute hat der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV) sein Gutachten „Verbrauchergerechtes Scoring“ vorgestellt. Das vollständige Gutachten kann hier heruntergeladen werden.

Das Gutachten bringt die Diskussion um algorithmische Entscheidungssysteme und das sogenannte Scoring einen entscheidenden Schritt voran. Ich begrüße es vor allem, dass die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher hierbei im Zentrum der Untersuchungen standen. Denn so sinnvoll maschinelle Systeme sind, um Entscheidungsprozesse effizienter, schneller und präziser durchzuführen, so anfällig sind sie auch für problematische, insbesondere diskriminierende Entscheidungen.

Die Studie gibt wichtige Handlungsempfehlungen, insbesondere müssen Scoring-Verfahren transparent, nachvollziehbar und rechtlich überprüfbar sein. Bereits 2015 haben wir GRÜNE deswegen einen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Transparenz und der Bedingungen beim Scoring vorgelegt. Denn es muss verhindert werden, dass Staat oder Unternehmen nach dem Vorbild des chinesischen Social Credit-Systems mit Super-Scores ausufernde und unkontrollierbare Bewertungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern vornehmen.

Wie die Gutachter des Sachverständigenrates für Verbraucherfragen bei ihrer Präsentation betont haben, geschieht dies in vielen Bereichen aber bereits. Die Zeit rennt, die Bundesregierung muss daher dringend konkrete Umsetzungsvorschläge vorlegen, wie eine Regulierung algorithmischer Entscheidungsprozesse und von Scoring-Verfahren aussehen könnte. Mit dem Gutachten des Sacheverständigenrates hat sie dafür eine gute Grundlage.

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