Dünne Antworten von Facebook zum Datenskandal

Anfang Mai hatte ich zusammen mit anderen Abgeordneten der grünen Bundestagsfraktion einen Fragenkatalog mit 59 Fragen an Facebook geschickt, weil nach den Bundestagsanhörungen mit Facebook-Vertretern zum Datenskandal doch noch sehr viel unbeantwortet geblieben war.

Nachdem Facebook uns über Wochen hingehalten und immer wieder um Fristverlängerung gebeten hat, kam der Internetkonzern am Ende mit einer sehr dünnen Antwort um die Ecke. Das ist extrem unbefriedigend. Dem Unternehmen muss klar sein, dass wir nicht locker lassen werden. Zumal es in den Antworten einige Indizien dafür gibt, dass wir bisher tatsächlich nur über die Spitze eines sehr großen Eisbergs informiert sind: Offenbar hat Facebook in den vergangenen Jahren 1.150 Unterlassungsaufforderungen an Drittanbieter von Apps verschickt, die ihre Berechtigungen für die Verwertung von Nutzerdaten überschritten hatten. Außerdem hat Facebook bereits 200 Apps gesperrt, die vor 2014 genau wie der App-Entwickler Aleksandr Kogan Zugriff auf eine große Anzahl von Nutzerdaten hatten. Das alles deutet darauf hin, dass es potentiell noch eine ganze Reihe von weiteren Fällen von Datenmissbrauch in großem Stil gab. Facebook ist seinen Nutzerinnen und Nutzern mehr Transparenz darüber schuldig, wann und welchen Zugang diese Apps hatten, die gegen die Vereinbarungen mit Facebook verstoßen haben, und welcher Missbrauch da möglicherweise stattgefunden hat. Wir werden weiter auf Aufklärung dringen.

Über unsere Anfrage hat am 3. Juni 2018 die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet. Motherboard Vice hat ebenfalls über unsere Anfrage und Facebooks geschickte PR geschrieben und über die neuesten Erkenntnisse zur Datenweitergabe von Facebook an Gerätehersteller berichtet.

Die vollständigen Antworten von Facebook findet Ihr hier.