Breitbandförderprogramm: Rückwärtsgewandt und nicht nachhaltig

Heute gingen die Breitbandförderkriterien durch das Kabinett. Die Förderkriterien für das Ausbauprogramm sind zu kurzsichtig gedacht. Damit werden viele Fördergelder in alte Kupferleitungen gesteckt, statt in die zukunftsfähige Glasfaser. Zukunftsfähige Technologien werden de facto benachteiligt, weil Bundesminister Dobrindt das Programm auf das Enddatum 2018 und 50Mbit/s konzipiert hat. Damit schließt er das Tor für nachhaltige Betreibermodelle und Glasfaser. Er verspielt die Zukunft dieses Landes. Wenn wir jetzt in Kupfer und Vectoring investieren, halten deren Übertragungsraten nicht mehr lange mit den Ansprüchen Schritt. Die Folge wird ein zweites Förderprogramm in der Zukunft sein, das viel Geld und Zeit kosten wird. Das hätte Dobrindt uns allen ersparen können.

Heute gingen die Breitbandförderkriterien durch das Kabinett. Die Förderkriterien für das Ausbauprogramm sind zu kurzsichtig gedacht. Damit werden viele Fördergelder in alte Kupferleitungen gesteckt, statt in die zukunftsfähige Glasfaser. Zukunftsfähige Technologien werden de facto benachteiligt, weil Bundesminister Dobrindt das Programm auf das Enddatum 2018 und 50Mbit/s konzipiert hat. Damit schließt er das Tor für nachhaltige Betreibermodelle und Glasfaser.

Minister Dobrindt verspielt die Zukunft dieses Landes. Wenn wir jetzt in Kupfer und Vectoring investieren, halten deren Übertragungsraten nicht mehr lange mit den Ansprüchen Schritt. Die Folge wird ein zweites Förderprogramm in der Zukunft sein, das viel Geld und Zeit kosten wird. Das hätte Minister Dobrindt uns allen ersparen können.

Alexander Dobrindt hatte bei Amtsantritt flächendeckendes Breitband von 50 Mbit/s bis 2018 verkündet, offenbar ohne vorher für die nötigen Gelder zu sorgen oder überhaupt eine tiefergehende Analyse der Lage vorzunehmen. Auch jetzt trickst er mit den Zahlen und behauptet großspurig, die Bundesregierung gäbe 2,7 Milliarden Euro aus, nur um dann im Nebensatz hinterher zu schieben, dass es eigentlich nur zwei Milliarden seien und der Rest von den Ländern käme. Und selbst hier verspricht Dobrindt 300 Millionen Euro, die noch nicht gegenfinanziert sind.

Die Versprechungen von Alexander Dobrindt bleiben unseriös, die Ausbaupläne kurzsichtig.

Mehr zu den Kriterien findet Ihr hier.

3 Comments

  1. Patrick H.

    Vielleicht als kleine Ergänzung, warum die kupferbasierte Technologie so kritisch zu sehen ist – Ich denke nämlich, dass die Aussage, dass VDSL mit Vectoring, zukünftig G.fast und Nachfolgetechnologien, die auf die Kupferdoppelader setzen, in vielen Fällen doch auch noch zurecht als „ausreichend“ bezeichnet werden können, auch was die Bandbreite angeht. Gerade in Städten, wo man damit auf absehbare Zeit durchaus 100, 200 oder 400 MBit/s möglicherweise erzielen können wird, sind das womöglich durchaus legitime Zwischenausbaustrategien.

    Das große Problem, das die Kupferdoppelader hat und das man in einer solchen Debatte immer mit ansprechen sollte, ist – neben der Asymmetrie von Download- und Uploadbandbreite und deren Einschränkung v.a. für Unternehmen – die große Abhängigkeit von der Leitungslänge.

    Wenn behauptet wird, mit VDSL Vectoring könne man doch auch 100MBit/s erreichen und dies würde doch auch in den nächsten Jahren für die meisten User mehr als genügen, dann fällt unter den Tisch, dass diese Bandbreiten bei Leitungslängen von über 700m illusorisch sind und einige Kunden, gerade im ländlichen Raum, fallen damit zwangsläufig immer hinten herunter. Je länger die Leitung, desto schmäler die Bandbreite. Heutige „bis-zu“-Anschlüsse sind damit der Feind der Breitbandzukunft, weil man mit den schönen Zahlen wirbt, die mit der Realität nichts zu tun haben werden. Es wird auch bei dieser Offensive genügend Kunden geben, die auch nach dem Ausbau *nicht* die versprochenen 50MBit/s – übrigens *nur* im Downstream(!) – aus genau diesem Grund erhalten werden.

    Ein sukkzessiver Ausbau immer weiterer Kupferader-Technologien, wie er von Kupferadernetz-Besitzer*innen (= Telekom) favorisiert wird, wird zum Bau von immer mehr, immer neuer „grauer Kästen“ sorgen, die wegen des Medienwandels von Glasfaser zu Kupfer auch aktiv mit Strom versorgt werden müssen und somit für immer mehr kleinteiligere Versorgungsstrategien sorgen, deren Kosten letztendlich auch explodieren werden, statt einmalig eine komplett passive Glasfaser-Infrastruktur vom Hauptverteiler bis zum Endkunden komplett durchzuziehen.

    Die Glasfaser ist einfach die in jeglicher Hinsicht überlegene Technologie, gerade auch im ländlichen Raum, wo die Leitungen länger sind und der Einzelne sonst hinten runterfallen wird. *Auch wenn* die (theoretischen) Bandbreiten der Kupferdoppelader sich erstmal gar nicht unbedingt verstecken müssen.

  2. Rudi Rock

    Zitat von ihnen: „Minister Dobrindt verspielt die Zukunft dieses Landes. Wenn wir jetzt in Kupfer und Vectoring investieren, halten deren Übertragungsraten nicht mehr lange mit den Ansprüchen Schritt.“
    Das mag zutreffen, aber
    1. Glasfaser ist im Ausbau gegenüber VDSL 4 bis 5 x so teuer, wo soll das Geld herkommen was der Bund über zwei Jahrzehnte nicht bereitstellen wollte?
    2. Wann soll auf dem Land schnelles Internet ankommen, denn der FTTH Ausbau dauert etwa 10 bis 15 x so lang.
    3. Was können sie den Landeiern als Lösung anbieten? Weiterhin 384 Kbit mit dem kein Internet möglich ist?
    4. Glasfaser auf dem Land ist Geld verbrennen. Welcher Server gibt 20, 30 oder 50 Mbit zum Download des Users frei?

  3. Rudi Rock

    Tragen SIe es bitte noch nach:
    FTTH in der Stadt ja, auf dem Land VDSL, damit jeder erst einmal ins Netz kann!

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