Der lange Weg zu Freier Software

Der folgende Artikel ist Teil unserer unregelmäßigen Serie "Aus den Ländern" und kommt diesmal aus Sachsen. Viele Grüne setzen sich inzwischen für die Förderung Freier Software ein, so wie es auch in den grünen Wahlprogrammen von 2009 für Bund und Länder geschrieben steht. Doch bisher, so scheint es, ist innerparteilich beim Einsatz Freier Software noch nicht genug geschehen.

Der folgende Artikel ist Teil unserer unregelmäßigen Serie „Aus den Ländern“ und kommt diesmal aus Sachsen.

Viele Grüne setzen sich inzwischen für die Förderung Freier Software ein, so wie es auch in den grünen Wahlprogrammen von 2009 für Bund und Länder geschrieben steht. Doch bisher, so scheint es, ist innerparteilich beim Einsatz Freier Software noch nicht genug geschehen.

Mein Ziel ist es – einerseits aus Überzeugung, andererseits zur Untermauerung unserer Glaubwürdigkeit – in unserer Partei die Nutzung von Freier Software voran zu bringen und möglichst viele der freien Anwendungen bei den sächsischen Grünen einzusetzen, oder sogar die Umstellung auf freie Betriebssysteme zu bewirken.

Aus diesem Grund habe ich als ersten Schritt am 20.07.10 im Kreisvorstand Leipzig den Antrag gestellt, das Open Document Format (ODF), in Verbindung mit der Freien Software OpenOffice, bis zum Jahresende als Standard für die interne Kommunikation im Kreisverband einzuführen.
Nach kurzer Diskussion wurde der Antrag einstimmig vom Vorstand angenommen.

Dieser Beschluss ist die Grundlage für einen unserer weiteren IT-politischen Schritte, wenn wir in einem Antrag an unsere Mitgliederversammlung im August unsere Stadtratsfraktion mit einem Prüfauftrag zur IT-Strategie der Stadt Leipzig beauftragen wollen. In diesem Antrag geht es darum zu klären, ob die Stadtverwaltung in ihrer IT- Strategie die Möglichkeit in Betracht gezogen hat, Einsparungen durch den Einsatz von Freier Software zu erzielen.

Unsere grüne Stadtratsfraktion in Leipzig soll auch herausarbeiten, ob eine Migration der gesamten Verwaltungssoftware zu Freier Software in der Stadtverwaltung – wie die Stadt München es mit ihrem Projekt „LiMux“ vorgemacht hat – als Perspektive in der IT-Planung der Stadtverwaltung denkbar ist.

Alle Vorstandsmitglieder und die Geschäftsführung des Kreisverbandes sind im Moment ehrlich bemüht die Umstellung auf die neue Software und das neue Dateiformat zu realisieren. Wir sind optimistisch, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird, bis die bisherige Word-Doc Routine durchbrochen ist.

Seit diesem Frühjahr läuft ein Rechner in unserer Geschäftsstelle unter Ubuntu-Linux – ein weiterer soll folgen. Alles in Allem haben wir damit im Leipziger Kreisverband einen wichtigen Schritt in Richtung Umstellung auf Freie Software, getan und sind in einer guten Position, wenn es darum geht, in einer nächsten Etappe die Nutzung Freier Software in den Landesverband zu tragen.

Um die von uns gesetzten Ziele zu erreichen – das wissen wir – liegt noch ein langer Weg vor uns. Wir sind optimistisch.

Jens Reichmann ist Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Netzpolitik der sächsischen Grünen. Kontakt zur LAG Netzpolitik könnt ihr hier aufnehmen.

1 Comment

  1. naraesk

    Sehr schön, finde ich klasse! Würde mich freuen, auch weiter darüber zu lesen.

Comments are closed.